Welchen Einfluss hat die Heimarbeit auf die steuerliche und soziale Sicherheit von Grenzarbeiter?

 

Das Heimarbeiten hat viele Vorteile. Deshalb bieten viele Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern die Möglichkeit, zu Hause zu arbeiten. Früher haben wir geschrieben, dass Heimarbeit auch Risiken für Arbeitgeber gibt. Zum Beispiel haben wir auf unserer Website einen Artikel über die Haftung des Arbeitgebers für den Heimarbeitsplatz des Arbeitnehmers veröffentlicht.

 

Für Grenzgänger besteht jedoch ein weiteres potentielles Risiko, von zu Hause aus zu arbeiten. Heimarbeit kann (unvorhergesehene) Folgen für die steuerliche Stellung eines Arbeitnehmers und die Stellung der Sozialversicherung und die (abziehbaren) Pflichten des Arbeitgebers haben. Dieses Risiko ist noch grösser, wenn der Arbeitnehmer in Teilzeit arbeitet.

 

Wir werfen einen kurzen Blick auf dieses Risiko in diesem Artikel. Bitte beachten Sie: In diesem Artikel werden nur einige Hauptlinien besprochen; Der Artikel ist definitiv nicht erschöpfend beabsichtigt!

 

Stellen Sie sich vor, ein Arbeitnehmer wohnt in den Niederlanden, arbeitet aber in einem anderen Land, zum Beispiel in Deutschland. Die Löhne des Arbeitnehmers werden dann in Deutschland steuer- und sozialversichert. In seiner niederländischen Einkommensteuererklärung muss der Arbeitnehmer dann sein deutsches Einkommen abziehen. Der Arbeitnehmer kann dann einen Abzug dafür verlangen. Dies soll Doppelbesteuerung verhindern.

 

Wenn der Arbeitnehmer zu irgendeinem Zeitpunkt an einem oder mehreren Tagen in der Woche zu Hause arbeitet (zum Beispiel, weil die tägliche Einreise nach Deutschland eine hohe Belastung ist), kann dies Folgen für die Besteuerung und die Sozialversicherung haben.

 

Im obigen Beispiel arbeitet der Arbeitnehmer wöchentlich für einen Tag oder mehrere Tage von zu Hause aus. Aber auch wenn der Arbeitnehmer nur sporadisch einen Tag zu Hause arbeitet, wirkt sich dies bereits auf die Besteuerung aus.

 

 

Folgen der Arbeit von zu Hause aus auf die Sozialversicherungsposition

 

Die Hauptregel ist, dass ein Arbeitnehmer in dem Land sozial versichert ist, in dem er die Arbeit ausführt.

 

Sobald der Arbeitnehmer jedoch in diesem Beispiel zu Hause arbeitet, ist er gleichzeitig in zwei Ländern (Deutschland und Niederlande) beschäftigt. Was gilt dan?

 

In diesem Fall betrifft die Sozialversicherungsposition, ob die Arbeit von zu Hause mehr oder weniger als 25% der Gesamtarbeitszeit ausmacht. Arbeitet der Arbeitnehmer zu weniger als 25% seiner Arbeitszeit zu Hause, unterliegt er weiterhin dem deutschen Sozialversicherungsrecht. Arbeitet der Arbeitnehmer jedoch zu 25% oder mehr zu Hause oder ausserhalb von Deutschland, gelten die niederländischen Sozialversicherungsgesetze.

 

Ein Arbeitnehmer kann nur in einem Land sozial versichert sein. Dies steht im Gegensatz zur Besteuerung, die zwischen zwei Ländern aufgeteilt werden kann.

 

Lassen wir uns das mal genauer anschauen. Angenommen, der Arbeitnehmer arbeitet Vollzeit und arbeitet einen Tag pro Woche zu Hause (20%). In diesem Fall wird die 25% -Regel nicht eingehalten und es gelten die Rechtsvorschriften des Landes, in dem der Arbeitgeber seinen Sitz hat, nämlich Deutschland. Aber angenommen, dass der betreffende Arbeitnehmer neben einem Arbeitstag von zu Hause aus auch Kunden in den Niederlanden besuchen muss und daher mindestens 25% seiner Zeit in seinem Heimatland (den Niederlanden) verbringen muss? In diesem Fall unterliegt der Arbeitnehmer dem niederländischen Sozialversicherungssystem.

 

Wie oben erwähnt, ist das obige Risiko für einen Teilzeitbeschäftigten noch grösser. Im Falle eines Teilzeitarbeitsvertrags wird die 25% -Regel früher erfüllt sein.

 

Kurzum, sobald ein Arbeitnehmer, der in den Niederlanden arbeitet und für einen deutschen Arbeitgeber arbeitet, aus den Niederlanden mindestens zu 25% arbeitet, ist er automatisch voll versichert auf der Grundlage des niederländischen Sozialversicherungssystems. Konkret bedeutet dies für den deutschen Arbeitgeber, dass er nicht länger für diesen Arbeitnehmer in Deutschland, aber in den Niederlanden keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen muss. Der deutsche Arbeitgeber muss sich bei den Steuerbehörden in den Niederlanden registrieren und er muss eine vollwertige niederländische Lohnbuchhaltung für den Abzug und die Zahlung von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträgen gründen. Wie Sie verstehen, kann dies für den Arbeitgeber teurer sein.

 

Das gilt natürlich auch für Sie als niederländischer Arbeitgeber, wenn Sie Arbeitnehmer beschäftigen, die über der Grenze wohnen.

 

Wir empfehlen daher, dass vor Sie als Arbeitgeber einer Ihrer im Ausland lebenden Arbeitnehmer (ein sogenannter Grenzgänger) einen Teil seiner Arbeitszeit zu Hause ausübt, um die finanziellen Folgen der Heimarbeit richtig abzubilden.

 

Und lassen Sie den Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten? Dann kann es in manchen Fällen sinnvoll sein, nach einer sogenannten A1-Anweisung zu fragen. Dieses Formular bestätigt die soziale Sicherheitsposition des Arbeitnehmers.

 

Haben Sie Fragen? Nehmen Sie dann, ohne Verpflichtung, Kontakt auf mit unserer Fachanwältin für Arbeitsrecht. Wir helfen Sie gerne!